Die Geburt Jesu. Foto: epd-bild / Rainer Oettel
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Heilige Nacht

Weihnachten - Fest der Liebe 

Ein Paar ist unterwegs, einfache Leute. Die junge Frau ist schwanger. Sie haben sich nicht freiwillig auf den Weg gemacht, sondern, weil die Mächtigen es so wollen. Als sie eine Unterkunft suchen, stoßen sie auf verschlossene Türen.

„Kein Raum in der Herberge!“ heißt es. Das klingt wie: „Das Boot ist voll!“

In einem Stall kommt Marias Kind und in ihm Gott zur Welt. – Die Weihnachtsgeschichte, wie sie beinahe jeder kennt (weiter unten auf dieser Seite ist sie auch zu hören).

In diesen Wochen sind Millionen von Menschen auf der Flucht. Viele suchen auch bei uns eine sichere Herberge. Ich bin dankbar, dass hierzulande immer mehr Menschen die Ärmel hochkrempeln und handeln, um Flüchtlingen sichere Unterkunft und Menschlichkeit zu bieten. Sorgen macht mir, wenn in unserer reichen Gesellschaft der Ruf ertönt: „Kein Raum in der Herberge!“ Sorgen machen mir Demonstrationen, die Hass und Angst vor Fremden schüren.

Den Hirten in der Weihnachtsgeschichte erscheint ein großes Licht. Und Engel rufen: „Fürchtet Euch nicht!“

Das ist entscheidend: Fürchtet Euch nicht, habt keine Angst vor dem Fremden, vor den Herausforderungen dieser Zeit! –Die Hirten bleiben nicht sitzen. Sie kommen auf die Beine und laufen los, um zu schauen und zu hören.

Offene Augen, Ohren und Herzen wünsche ich uns allen für die Fremden, die an unsere Tür klopfen, und für das, was sie uns erzählen. Wir werden Geschichten hören, die der von Weihnachten sehr ähnlich sind.

Weihnachten weckt in mir die Sehnsucht nach einer Welt, wie Gott sie sich für uns vorstellt, in der Menschen in Frieden beisammen sind. Wir werden nicht ärmer dadurch, dass wir Menschen einladen, sondern reich beschenkt. Lasst uns miteinander teilen, was uns gegeben ist zum Leben.

Öffnet Eure Herzen! Das bedeutet, so viele wie möglich von denen, die nicht mehr wissen, wohin, willkommen zu heißen. So wie wir singen: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“

Gesegnete, friedvolle Weihnachten wünscht Ihnen
Ihr Gerhard Ulrich
Landesbischof der Nordkirche